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Grußwort

Spaziergang auf Melaten

Die Haupturlaubszeit ist gerade vorbei und ich möchte Ihnen heute ausgerechnet etwas über Friedhöfe und ihre Vielfalt erzählen. Das hat sicher damit zu tun, dass ich mich, wann immer ich im Urlaub unterwegs bin, von den Friedhöfen in Dörfern und Städten angezogen fühle. Die Kirche eines Ortes und den Friedhof, die möchte ich betreten, mir anschauen, sie erleben. Dann habe ich das Gefühl, etwas über die Menschen dieses Ortes erfahren zu können.

In manchen Dörfern sind die Friedhöfe noch richtige Kirchhöfe, sie liegen mitten im Dorf um die Kirche herum. Anderenorts ist der Kirchhof von einer hohen Mauer umgeben, die in früherer Zeit zum Schutz vor Feinden errichtet wurde. So z.B. in dem kleinen Ort Ailringen im Hohenloher Land. Neben der mittelalterlichen Mauer weist dieser Friedhof aber noch eine Besonderheit auf: dort sehen alle Gräber gleich aus. „Vor Gott sind alle Menschen gleich“ titelt das Willkommensschild am Eingang zu diesem besonderen Ort. Die Gräber schmiegen sich rund um die alte Kirche, die auf einer Anhöhe steht, von wo aus man einen herrlichen Blick auf Ailringen und die Wälder des Jagsttals hat. „Weder Rang noch Namen sind auf dem Ailringer Friedhof von offensichtlicher Bedeutung. Von einem örtlichen Schreiner hergestellte einfache Holzkreuze stehen auf allen Gräbern dieses denkmalgeschützten Friedhofs. Dies ist in der Friedhofssatzung festgeschrieben. Im Sommer werden grundsätzlich alle Gräber mit Gottesaugen bepflanzt, deren Farbenpracht den Friedhof trotz, oder gerade wegen seiner Schlichtheit, zum Schmuckstück macht.“





All die Bewertungen, die unsere Leistungsgesellschaft hervorgebracht hat, werden hier leiser und verlieren an Bedeutung. Hier fällt das Wetteifern, das manche Angehörige selbst noch über den Tod hinaus glauben betreiben zu müssen, einfach weg. Hier geht es nicht um den teuersten Grabstein und die aufwändigsten Blumen. Welche Befreiung für alle, die vor diesem Konkurrenzkampf kapitulieren, auf völlig andere Bestattungsformen ausweichen, um nur ja niemandem zur Last zu fallen.

 

 

 



Ähnlich wie in Ailringen sieht es auf dem Friedhof des Klosters Neustift und in Villanders in Südtirol aus. Letzterer gilt mit seinen einheitlichen schmiedeeisernen Kreuzen als einer der schönsten Südtirols. Es sind prächtige Kreuze, häufig mit Fotos der Verstorbenen versehen. Neben den einheitlichen Kreuzen ist auch die Bepflanzung der Gräber gleich.

 


Auf anderen sehr alten Friedhöfen findet man häufig auf den Grabsteinen noch Informationen über das Leben und den Beruf des /der Verstorbenen und aus Bayern kennt man auch durchaus witzige Grabsprüche. In Salzburg habe ich einmal folgende Grabinschrift fotografiert:

Hier ruht
Der Ehrengeachtete Herr
Joseph Grisberger
gewesener bürgerl. Fleischhauer
und Garkoch von hier
 

Und dann sind da noch die Friedhöfe der großen Städte. Man kann auf ihnen stundenlang spazieren gehen. Sie sind wunderbare Parkanlagen und grüne Inseln. Der Melaten-Friedhof in Köln beispielsweise misst 435 000 Quadratmeter mit 55 000 Gräbern. Eine Chronik der großen und kleinen Leute Kölns. Über 40 Vogelarten leben und brüten auf Melaten und auch Eichhörnchen und Fledermäuse haben hier ihr zu Hause. Am Sonntagmorgen ist es noch ruhig hier, man vergisst in einer Großstadt zu sein.

Und so könnte ich noch eine Weile fortfahren, von großen Friedhöfen mit berühmten Gräbern erzählen, vom Johann-Strauß-Grab in Wien oder vom Grab Adenauers auf dem Waldfriedhof in Rhöndorf oder auch vom Friedhof in Traben-Trarbach oder Kröv. Eines haben alle gemeinsam: sie sind besondere Orte – Orte der Begegnung: Begegnung zwischen den Lebenden und den Toten, aber auch zwischen den Lebenden. Sie sind Orte der Ruhe und der Kommunikation. Sie sind Zeugnisse der Kultur eines Landes aber auch der Kultur jeder einzelnen Gemeinde. Hier trauern Menschen, sie erinnern sich und gedenken, aber sie gestalten auch, pflegen und bewahren. Die Friedhofskultur hat nicht nur einen kulturellen sondern auch einen sozialen und historischen Wert für unsere Gesellschaft. Friedhöfe sind Spiegelbild des Lebens und der Gesellschaft.

So zeigen die zunehmenden Leerflächen auf den Friedhöfen, dass die Gesellschaft sich wandelt und damit auch die Bestattungskultur. Vielleicht sollten wir die entstehenden Freiflächen als Chance sehen und sie nutzen, um den Friedhof schöner und vielfältiger zu machen, damit er nicht nur Bestattungsort bleibt sondern noch mehr zum Erholungsort im Grünen und zur Begegnungsstätte wird. Ideen gibt es genug! Ich würde mich freuen, dann könnten wir hier wandeln wie ich an einem Sonntagmorgen auf Melaten.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit!

                                                                                                                                          Margret Stommel

 

 

 

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